Was macht Wir bewegen e.V.?

Die Basis unserer Arbeit heißt Vertrauen aufbauen. Wir nehmen uns Zeit, den Menschen zuzuhören, um ihre Anliegen zu verstehen. Es braucht eine Weile, um sich kennenzulernen; Talente, Möglichkeiten, aber auch Hindernisse zu erkennen und daraufhin realistische Ziele zu definieren. In einem wertschätzenden Prozess entwickeln wir anschließend gemeinsam einen Plan, um diese Ziele zu erreichen. Dank langjähriger professioneller Erfahrung mit virtueller Kooperation gelingt uns dies in Pandemie-Zeiten auch per Telefon, Videocall und Textnachricht. 

 Kleine und größere Erfolgsgeschichten aus der Arbeit von  Wir bewegen e.V. werden auf dieser Seite erzählt:

Farina und Karim

Zu unserem ersten interkulturellen „Corona-Tandem“ haben sich Farina und Karim Ende 2020 zusammengefunden. Auch wenn der Kontakt zunächst ausschließlich online stattfinden musste, haben beide den Austausch als echte Bereicherung erlebt: Farina hat spannende Einblicke in eine für sie neue Kultur – die syrische – bekommen und Karim konnte seinen deutschen Freundeskreis erweitern und „nebenher“ sein bereits sehr gutes Deutsch weiter erproben. Trotz Kontaktbeschränkungen wollten beide nicht auf die Gelegenheit verzichten, neue Menschen zu treffen, sich auszutauschen und voneinander zu lernen. 

Obwohl Daniel bereits eine klare und realistische Vorstellung von seinem Leben in Deutschland hatte, war der Start in sein „neues Leben“ nicht unkompliziert. Als wir ihn kennengelernt haben, fehlten ihm eine dauerhafte Unterkunft, ein Ausbildungsplatz und seine Sprachkenntnisse waren auch noch ausbaufähig. Uns war klar, dass zu seiner persönlichen Stabilisierung zunächst eine feste Bleibe nötig war. In Köln ein echtes Problem. Dank unseres tollen Netzwerks sind wir auf ein Unternehmen mit sozialem Herz und freien Unterkunftsmöglichkeiten gestoßen. Dort konnte er bald ein eigenes Zimmer beziehen. Persönlichen Kontakt und die Chance, sich im Team einzubringen, gab es dazu. Ein Sprachkurs in der Nähe war auch bald organisiert.

Daniel ist aus unserer Sicht ein toller Teamplayer. Bewiesen hat er das als FSJ’ler in der Erfahrung engagierten Arbeit mit Menschen mit Behinderungen und in der Übermittagbetreuung an einer Schule. Inzwischen macht Daniel eine Ausbildung zum Krankenpfleger. Ein beeindruckendes Beispiel für unser Motto „weil Zuwanderung Chance bedeutet“.

 

Daniel
Hadi

Im Sommer 2020, während der Corona-Beschränkungen, hat Hadi den Vertrag für seine erste feste Stelle in Deutschland unterschrieben. Als Mitarbeiter am IT-Helpdesk der UNO-Flüchtlingshilfe in Bonn kann der IT-Ingenieur aus Syrien neben einschlägigen fachlichen Erfahrungen auch seine persönliche Perspektive als Geflüchteter einbringen. Dank der Unterstützung durch die Postcode-Lotterie konnte Wir bewegen Hadi und vielen weiteren Menschen auf der Suche nach qualifizierter beruflicher Integration intensiv zur Seite stehen, zum Beispiel mit Online-Bewerbungstraining, Sichtung von Bewerbungsunterlagen oder Beratung rund um den Arbeitsvertrag. Das Team von Wir bewegen freut sich mit Hadi und seiner Familie sehr über diesen gelungenen beruflichen Wiedereinstieg!

Zum neuen Ausbildungsjahr 2020 hat Selam bei einer städtischen Institution in Köln die Ausbildung zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste begonnen. Zuvor hat sie Teamgeist und Engagement in der selben Einrichtung als Bundesfreiwilligendienstleistende unter Beweis gestellt. Beratungsgespräche und Bewerbungstrainings mit Wir bewegen haben der jungen Frau aus Eritrea neben Rückhalt und Selbstvertrauen ausreichend Zeit gegeben, sich gründlich auf ihren beruflichen Weg in der neuen Heimat vorzubereiten.  

 

Selam rund
Selam
Karim

Nach regelmäßiger Beratung, anfangs persönlich, während Corona per Telefon, Videokonferenz oder Email durch Wir bewegen hat Karim im Juli eine Lehrstelle als Bürokaufmann im Rhein-Sieg-Kreis gefunden. Wegen des Krieges in Syrien konnte er sein Jurastudium dort nicht abschließen und musste sich in Deutschland beruflich umorientieren. Bei diesem Prozess hat ihn Wir bewegen begleitet, ihn durch Coaching bestärkt, seinen Weg zu finden. Karim ist uns sehr dankbar, dass wir gemeinsam herausfinden konnten, wie wichtig ihm ein wertschätzendes, respektvolles Arbeitsumfeld ist. Ein solches konnte er nun finden.

Mohamed arbeitet seit seiner Jugend bildhauerisch. Deshalb haben wir zunächst über Berufe gesprochen, die zu seinen Fähigkeiten passen könnten. Wir bewegen hat ihm daraufhin in einem alteingesessenen, traditionellen Steinmetzbetrieb ein Praktikum vermittelt – eine wichtige Chance, um das vielfältige Berufsbild des Steinmetzes in Deutschland in der Praxis kennenzulernen. Es freut uns, dass Mohamed in dem Betrieb einen sehr guten Eindruck gemacht hat. Auf dieser Basis werden wir gemeinsam nach einer geeigneten Form der Weiterqualifizierung suchen, sobald er seinen Sprachkurs abgeschlossen hat.  

MTraoreWalk2019.web
Mohamed
Circle2 Nihad
Nihad

In Syrien hat Nihad nach seinem Universitätsabschluss als Sozialarbeiter an einer Schule gearbeitet. Sein Ziel, auch in Deutschland in diesem Beruf zu arbeiten, war wegen der Unterschiede in den Ausbildungswegen nicht leicht zu erreichen. In einer Reihe von Gesprächen mit Wir bewegen konnte Nihad herausfinden, welche berufliche Entwicklung für ihn in Deutschland realistisch ist. Nach einer individuellen Überarbeitung seiner Bewerbungsunterlagen konnten wir ihm mehrere Vorstellungsgespräche vermitteln, auf die er sich in Beratungsgesprächen sorgfältig vorbereitet hat. Seit 2017 kümmert sich Nihad als Sozialarbeiter bei einem renommierten Träger um Obdachlose mit Suchtproblemen. Heute erinnert Nihad sich gerne daran, dass Wir bewegen ihn immer darin bestärkt hat, seine Träume niemals aufzugeben. Wir freuen uns sehr über seinen gelungenen beruflichen Neuanfang, der hoffentlich ein Vorbild für möglichst viele andere Geflüchtete auf der Suche nach dem richtigen Beruf ist!